Gesicht

Expertentipps von Dr. Uta Schlossberger, Fachärztin für Dermatologie in Köln.

Warum braucht die Haut im Winter besondere Pflege?

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Kälte, Frost, Wind bedeuten für die Haut im Winter Stress. Sie ist einem ständigen Wechsel zwischen trockener Heizungsluft und klirrender Kälte ausgesetzt. Außerdem nimmt der Eigenschutz der Haut im Winter erheblich ab. Durch geringere Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen trägt die Haut mehr Feuchtigkeit an die Oberfläche und trocknet aus. Auch die kalte Winterluft hat eine geringe Luftfeuchtigkeit und entzieht der Haut Feuchtigkeit. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße unter der Haut zusammenziehen, um so die Wärme im Inneren zu bewahren. Die Haut wird weniger durchblutet und somit mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
Belastungen wie Kälte, Wind, Lufttrockenheit, UV-Strahlung und Schadstoffe können so praktisch ungehindert unter die Haut dringen und machen diese regelrecht krank machen. Die Haut ist trocken, sie wird brüchig, rot und wirkt dadurch grau und fahl.

Worauf muss man bei der Reinigung und dem Waschen der Haut ganz besonders achten?

Bei trockener Haut: Nicht zu oft duschen, nicht zu lang und nicht zu warm. Das alles entfettet die Haut unnötig. Dies gilt auch für lange, heiße Wannenbäder. Wenn man zudem noch ungeeignete Wasch-Substanzen benutzt, ist der "Austrocknungs-Effekt" noch größer. Man sollte zur Reinigung deshalb nur seifenfreie Wasch-Emulsionen, Wasch- oder Duschöle, die den "Säureschutz-Mantel" der Haut schonen und pflegende, rückfettende Bestandteile enthalten, benutzen.

Braucht fettige Haut im Winter die gleiche Pflege wie trockene Haut?

Selbst fettige Haut ist im Winter in aller Regel ein bisschen trockener und weniger fett. Schon bei acht Grad Außentemperatur geht die Talgbildung auf die Hälfte zurück.
Trotzdem ist Menschen mit fettiger oder zu Akne neigender Haut anzuraten, auch im Winter bei den gewohnten Pflegeprodukten zu bleiben. Damit nicht die Bildung von Talgverstopfungen und Pickeln gefördert werden, sollte man besser sparsam mit Fettcremes umgehen.

Trocknet Make-up die Haut zusätzlich aus?

Nein. Make-up kann sogar ein zusätzlicher Schutz sein. Voraussetzung ist, dass man cremiges Make-up mit hohem Pflege- und Fettanteil verwendet. Make-ups für trockene Haut enthalten zum Beispiel häufig fettende Bestandteile wie Ceramide oder Sheabutter. Wenn Sie pudrige Kompakt-Make-ups für fettige Haut oder die sogenannten Long-Lastings Make-ups benutzen sollten Sie immer eine Lage Feuchtigkeitspflege darunter setzen, denn diese enthalten oft Talkum oder Kieselsäure, die Hautfett wie ein Löschblatt "aufsaugen".

Muss man seine tägliche Gesichtpflege im Winter umstellen?

Ja, denn die Folge der Winterbelastungen ist, dass die Haut oft mit Spannungsgefühl, unangenehmem Juckreiz und Schuppenbildung reagiert. Eine spröde Hautoberfläche, Knitterfalten oder ein fahler Teint können entstehen. Alle Hautbereiche, die nicht durch die Kleidung geschützt sind, wie das Gesicht, die Lippen und die Hände, sind besonders gefährdet. In der kalten Jahreszeit wird deshalb ein deutlich erhöhtes Maß an schützender Pflege zur Gesunderhaltung der Haut benötigt. Das fehlende Hautoberflächenfett sollte ersetzt werden. Besonders zu empfehlen sind deswegen Reinigungs- und Pflegeprodukte, die den natürlichen Hautschutzmantel regenerieren und erhalten, wie zum Beispiel die Pflegeserie Restylane Skincare für das Gesicht.

Welchen Schutz brauchen die Lippen und wie bleiben sie geschmeidig?

Die Lippen leiden unter kühlen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung besonders stark. Sie brauchen jetzt geeigneten Schutz und intensive Pflege. Die Lippen können keinen eigenen Kälte- und Sonnenschutz aufbauen. Und auch die trockene Innenraumluft setzt ihnen zu. Den Lippen fehlen Talg- und Schweißdrüsen, die für eine schützende Fettschicht und Feuchtigkeit sorgen könnten. Die robuste Hornschicht fehlt den Lippen ebenfalls fast vollständig und auch Pigmente gegen UV-Strahlen bilden die Zellen nicht.

Die Folge: Sie werden rasch spröde und rau, und sie verbrennen leicht. Die Lippen sollten daher mit pflegendem Lippenbalsam/Creme für draußen (möglichst ohne Glycerin) mit Lichtschutzfaktor regelmäßig eingecremt werden. Das mindert den Feuchtigkeitsverlust und schützt.

Welchen Schutz braucht die Haut, wenn es besonders kalt ist, z.B. bei Minustemperaturen im Skiurlaub?

Generell sollen fetthaltigere Pflegecremes auf Wasser-Öl-Basis verwendet werden. Bei stark wasserhaltigen Cremes oder Lotionen kann eine zusätzliche "Verdunstungskälte" entstehen, die zu einer zusätzlichen Austrocknung oder sogar Erfrierungen führen kann. Für Wintersportler und Winterfrischler ist eine Extraportion Hautschutz und -pflege also besonders wichtig. Eine fettreiche Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (UV-B und UV-A) schützt die Gesichtshaut vor der verstärkten UV-Einstrahlung und dem frostigen Abfahrtswind in Schnee und Gebirge. Beim Eincremen die Ohren und den Hals sowie die "Sonnenterassen" Nase, Jochbein und Lippen nicht vergessen.
Bei sehr frostigen Temperaturen, z.B. auf der Abfahrtspiste, ist es sinnvoll, für gefährdete Hautpartien wie Lippen, Nase und Ohren Kälteschutzcremes zu verwenden.

Lippenpflegestifte ohne Glycerin (entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit) schützen die empfindliche Lippenhaut.

Sind häufige Sauna-Gänge im Winter gut für die Haut?

Sauna ist gut für den Körper des Menschen im Allgemeinen, so auch für die Haut: nach dem Betreten des Saunaraumes reagiert die Haut, die Blutgefäße weiten sich, die Durchblutung nimmt zu und die Oberflächentemperatur steigt nach etwa 15-minütigem Aufenthalt auf 40–42  C an; in der Abkühlphase verengen sich die Blutgefäße dann wieder durch Kaltwasseranwendungen (Gefäßtraining).

Das Schwitzen sowie die wiederholten Wasseranwendungen bewirken außerdem eine sehr gründliche, aber schonende Körperreinigung; die oberste Hornschicht der Haut quillt auf, verhornte Hautzellen lockern sich und können leicht abgespült werden. Bei sehr trockener Haut wird die Struktur durch Aktivierung der Schweißdrüsen und Wassereinlagerungen in die Hornschicht verbessert.

Allerdings kann zu häufiges Saunieren die Haut strapazieren und eher kontraproduktiv sein.


Über diesen Link können Sie Informationen zur Hautpflege im Winter kostenlos als PDF herunterladen.


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